[Rezension] Roman/Dystopie *** Roth: Poster Girl – Wer bist du, wenn dir niemand zusieht? *** wirklich gut, mit etwas wenig Emotionen…

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    Veronica Roth „Poster Girl – Wer bist du, wenn dir niemand zusieht?“

    HC, 416 Seiten, 22 Euro, ET: 18.10.2023
    HIER findet man das Buch auf der Verlagsseite!
    Danke für die Bereitstellung des Buches! Unbezahlte Werbung!

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    Inhalt:

    „»Du findest erst heraus, wer du bist, wenn niemand dir zusieht …«Der neue Roman der Bestsellerautorin von »Die Bestimmung«.

    Noch vor zehn Jahren strahlte Sonya Kantors Gesicht auf Propagandaplakaten in der ganzen Megalopolis. Sie war die Vorzeigefigur der Delegation – des Regimes, das die Menschen auf Schritt und Tritt überwachte. Doch eine Revolution brachte die Delegation zu Fall, und seitdem fristet Sonya – gemeinsam mit jenen, die dem Regime treu ergeben waren – ein trostloses Dasein in Gefangenschaft. Bis ein einstiger Feind sie aufsucht und ihr ein Angebot macht, das auszuschlagen fast unmöglich ist. Was er ihr nämlich bietet, ist ein Freifahrtschein zurück in die Welt. Doch dafür muss Sonya ein Kind finden – und ein dunkles Kapitel ihrer eigenen Familie ergründen…“ (Quelle)

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    Meine Meinung:
    Ich habe die „Bestimmung – Trilogie“ sehr gerne gelesen und wurde damals sehr gut unterhalten. „Rat der Neun“ habe ich nicht gelesen, wäre aber mal eine Überlegung. 

    Der Titel des neuen Buches „Poster Girl“ hat mich dagegen so sehr angesprochen, dass ich das Buch gerne lesen wollte. 

    Sonyas Geschichte ist sehr komplex und vor allem nicht ganz einfach zu verstehen. So erging es zumindest mir. Ich musste am Anfang immer wieder Sätze erneut lesen, um alles zu verstehen. Es ist auf keinen Fall ein Buch, das ich einfach so nebenher lesen konnte. Hier brauchte ich Ruhe und auch Konzentration. Abends im Bett, die Augen schon auf halb acht – das ging leider nicht. 

    Ich wurde als Leserin direkt in die Geschichte reingeworfen, die Erklärungen und Erläuterungen kommen erst so nach und nach. Das führte dazu, dass ich Seite um Seite las, da ich zum einen wissen wollte, wie es Sonya weiterhin ergehen würde, was hinter dem Ganzen steckt und ob das Angebot tatsächlich ernst gemeint ist. 

    Das Buch hat mich einerseits wirklich gut unterhalten und ich mochte Sonya und auch die weiteren Charaktere, wie Alexander und auch Knox. Die Geschichte hat aber irgendwie nicht genug Zeit für Emotionen. Viele Dinge werden ganz rational erzählt, dabei sind sie erschreckend und sehr traurig. Hier hätte ich mir mehr Gefühle gewünscht, mehr Zeit, diese schlimmen Dinge zu verarbeiten, mehr Zeilen, die das ganze Ausmaß/das ganze Grauen beschreiben. 

    Ich hätte mir wenigstens gegen Ende auch mehrere Hoffnungsschimmer gewünscht. Auch wenn diese im Epilog angedeutet werden, so hinterließ das Buch bei mir einen schalen Geschmack. Dieser kam sicherlich auch daher, dass das Buch zum Nachdenken anregt: Was lassen wir als Gesellschaft zu? Wie viel Überwachung erwarten/möchten/halten wir aus? Was fördert die Gesellschaft? Was schadet ihr? Wie viel Einmischung benötigt eine Gesellschaft, um zu funktionieren?

    Mein Fazit: Ein wirklich gutes, aber kein einfaches Buch. Mehr Emotionen und ein wenig mehr Hoffnung hätten der Geschichte meiner Meinung nach gut getan. 

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    Weitere Rezensionen bei Claudias Bücherhöhle (spannende Dystopie), bei Steffi heavy fun (dranbleiben, es lohnt sich) und bei Breath of the pages (5/5)

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