Bei Instagram kommt man an der “8D-Stadt” nicht vorbei. Bei uns war es aber eher Zufall, dass wir hier gelandet sind. Wir wollten auf unserer Reise auf jeden Fall eine dreitägige Schifffahrt auf dem Yangtze machen und die drei Schluchten sehen. Wir entschieden uns von Chongqing nach Yichang zu fahren. Vorher wollten wir dann natürlich auch etwas von der Stadt sehen. Wobei Stadt für unser Verständnis das falsche Wort ist. Chongqing ist flächenmäßig so groß wie Österreich und hat 32 Millionen Einwohner.


Wir haben uns ein zentral gelegenes Hotel ausgesucht und sind im Jiefangbei Hongya Cave gelandet. Wir haben für zwei Übernachtungen mit angeblichem Flussblick 90 Euro bezahlt. Mit dabei war auch ein Begrüßungstee mit Obst und Keksen. Die Lage war super. Direkt in der Fußgängerzone und an der Metro. Fußläufig ebenfalls zur Hongya Cave. Den Flussblick kann man ja auf dem Foto sehen…sehr gering! Der Aufpreis hat sich nicht gelohnt.
Los ging es mit der Erkundung der Stadt.
Wir haben über Guru Walk DIESE Tour gebucht. (Unbezahlte Werbung, selbst bezahlt!) Wer Guru Walk noch nicht kennt: Die Teilnahme ist kostenlos, man gibt am Ende der Tour jedoch ein angemessenes Trinkgeld. Hat bisher immer gut geklappt. So haben wir die Stadt schon ein bisschen besser kennengelernt und haben für die restliche Zeit wertvolle und gute Tipps bekommen.
Man entdeckt mit einem Guide auch immer Sachen oder Ecken, die einem selbst nicht aufgefallen wären. Chongqing zählt unter anderem auch zu den Städten, in denen am schärfsten gegessen wird. Hier gibt es, passend dazu, sogar Eis mit Chillisauce und Chillitopping. Da ich bezüglich scharfem Essen ein absolutes Weichei bin, habe ich das Eis nicht probiert. Natürlich gibt es hier auch den berühmten HotPot und an jeder Ecke kann man die vorbereitete Zutaten für die Sauce kaufen. Das Essen war hier immer scharf, auch wenn wir extra “nicht scharf” bestellt haben.

Innerhalb der Tour haben wir uns auch den Aufbau der Stadt angeschaut. Chongqing ist eine riesige “Bergstadt”, die aufgrund des Platzmangels nicht nur in die Breite, sondern auch stark in die Höhe und in die Tiefe gewachsenen ist. So entstanden und entstehen immer mehr Ebenen. Das führt dazu, dass man z.B. in ein- und demselben Haus auf der einen Seite im ersten Stock von der Hauptstraße das Gebäude betritt und nach der Fahrt in den 20. Stock das Haus ebenfalls an einer Straße wieder verlässt. Absolut verwirrend an einigen Stellen. Ich empfand das in dem Gebäude “Hongya Cave” am erstaunlichsten. Man musste mitdenken, wo man reingekommen ist und überlegen, wohin man möchte.

Für viele ist Chongqing die Stadt, in der eine Bahn durch ein Haus fährt (Liziba-Station). Ist schon wirklich lustig anzusehen. Auf jeden Fall hingehen und sich das Spektakel anschauen. Am besten auch mal mit der Bahn durchfahren.
Was haben wir sonst noch in Chongqing gemacht?
- Wir haben den Platz der Volkes besucht und haben uns die imposante “Große Halle des Volkes” angeschaut, jedoch nur von außen. Erinnert sehr an den Himmelstempel in Peking.
- Nebendran ist das “Drei Schluchten Museum”, das wir natürlich besichtigt haben, schließlich würden wir zu den drei Schluchten fahren. Der Eintritt ist frei.
- Wir haben uns das Stück “Chongqing 1949” angesehen. Das Theater besitzt eine 360 Grand Bühne. Auf jeden Fall Plätze vorne auswählen, die sich mit um die Bühne drehen. Richtig toll und sehr erstaunlich. Das Stück dreht sich um die geschichtlichen Ereignisse im Jahr 1949 und davor. Sehr traurig, aber auch sehr eingängig. Wir haben die Tickets zu einem guten Preis bei Trip.com gekauft (unbezahlte Werbung!). Wichtig zu wissen: Im Stück wird nur Chinesisch gesprochen und auch gesungen. Es gibt aber kostenlos (gegen Kaution) einen Übersetzer zum Leihen. Mich hat das simultane “Gequatsche” in meinem Ohr aber irgendwann gestört und ich habe mir die Geschichte so “zusammengereimt” bzw. später nachgelesen.
- Vorher haben wir uns noch die Altstadt Ciqikou angesehen. Meines Erachtens kann man diese “Sehenswürdigkeit” auslassen. Sehr touristisch und für mich nichts, was ich erinnerungswürdig empfand. Einzig den Tempel oben auf dem Berg mit einer richtig tollen Aussicht fand ich lohnenswert.

Am Abend haben wir uns – wie sehr viele andere Menschen – gegenüber der Hongya Cave (am anderen Flussufer/ mit der Metro hinfahren) hingesetzt und auf die Dunkelheit und auf das Einschalten der Lichter gewartet. Macht schon was her und hat sich gelohnt.
Bevor wir unser Flusskreuzfahrtschiff betreten haben, haben wir noch einen über 1000 Jahre alten Tempel in Chongqing besucht. Der Luohan- Tempel oder Arhat- Tempel liegt mitten in einem Geschäftsviertel und sticht dort wirklich heraus. Betritt man das Tempelgelände hat man fast den Eindruck, dass es leiser wird. Man kann hier in der Haupthalle mehr als 500 Arhats (buddhistische Heilige) besichtigen. Sehr interessant und spannend. Der Tempel ist kostenpflichtig, lohnt sich aber meiner Meinung nach wirklich.
Auch hier haben wir viel erlebt und natürlich nur einen sehr kleinen Bruchteil gesehen.
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