[Kurz-Rezension] Hörbuch/Roman *** Engler: Botanik des Wahnsinns *** ein sehr spezieller, ungewöhnlicher Roman…

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Leon Engler „Botanik des Wahnsinns“
Sprecher: Johannes Nussbaum

Hörbuch selbst bezahlt, unbezahlte Werbung!
HIER geht es zum Hörbuch auf der Verlagsseite. ET: 12.08.2025
Hörbuch Download, ungekürzte Lesung, 5 Stunden 46 Minuten, 19,99 Euro, ET: 12.08.2025

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Inhalt:

„Von einem, der auszog, um nicht verrückt zu werden

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.“ (Quelle)

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Meine Meinung:

Ein Roman über eine Familie, deren Familienmitglieder alle psychische Erkrankungen haben. Ein Roman, der mich sehr mitgenommen hat, bei dem ich anfangs überlegt habe, das Buch nicht zu beenden, weil der Wahnsinn einfach kein Ende nehmen wollte und mich letztendlich doch auch deprimiert und traurig gemacht hat. 

Der Erzähler berichtet über sein Leben und damit auch über seine Familienmitglieder und deren Krankheiten bzw. Leiden. Er erzählt, wie es zu den Problemen gekommen ist, wie die einzelnen Menschen damit umgegangen sind und wie sehr die Krankheiten auch den Rest der Familie beeinträchtigten. Dabei  – und das ist auch einer der Gründe – warum ich letztendlich das komplette Hörbuch gehört habe, geht es unter anderem auch um die Geschichte psychischer Krankheiten in verschiedenen Zeiten. Das fand ich sehr interessant. 

Auch den eigenen Weg, den sich der Erzähler ausgesucht hat, fand ich sehr spannend. Mit der Angst im Nacken selbst einer psychischen Krankheit zu erliegen, ging es doch allen anderen Familienmitgliedern so, wird er selbst Psychologe und lernt so viel über sich und den Menschen selbst. Natürlich stellt er sich dabei auch die Frage, was denn „normal“ eigentlich ist?

Es gibt einige Situationen in seinem Leben, die mich unfassbar traurig gemacht, einige, die mich sehr zum Nachdenken gebracht haben und ein paar, die mich haben schmunzeln lassen. 

Ein spezielles Buch mit einem doch ungewöhnlichen, mitunter auch sonderbaren Thema, dabei aber enorm wichtig.  Tatsächlich besonders und aufwühlend. Der Sprecher macht hier wirklich einen guten Job: tolle Stimme und passend gelesen. 

Eine meiner Lieblingsstellen ist unter anderem die Überlegung rund um das Wort „Patience“. Wenn dies Geduld bedeutet – sind dann Patienten geduldig oder werden sie geduldet?

4 Sterne von mir. 

Weitere Rezensionen bei Literat(o)ur (besonderes Buch), bei Lust auf Literatur und bei Masuko13

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