Ich habe mich sehr auf unseren Aufenthalt in Hakone gefreut, war ich doch total gespannt auf die „Rundreise“ mit Schiff, Seilbahn und Bus. Ich hatte so viele tolle Bilder gesehen. (Falls ihr nicht wisst, von welcher Rundreise ich schreibe, gerne den Link zum Hakone Freepass anklicken.) Aber nicht immer läuft es so wie man es sich vorstellt. Aber von vorne…
Wir sind von Osaka nach Odawara und weiter nach Hakone Yumoto mit dem Zug gefahren. Das dauerte ca. 3 Stunden und auf der Fahrt kann man, wenn es denn klappt, den Fuji sehen. Ich hatte beim Ticketkauf darauf geachtet, dass wir auf der linken Seite (Fahrtrichtung) sitzen würden. Und siehe da – der Fuji zeigte sich in seiner vollen Schönheit. Wenn das mal kein Zeichen für zwei tolle Tage sein sollte…


Am Bahnhof in Odawara haben wir noch den Hakone Freepass für 3 Tage gekauft. Dort sagte man uns dann, dass aufgrund des Wetters heute und morgen die Seilbahn und das Piratenschiff nicht fahren würden. Was für eine Enttäuschung. Dafür waren wir doch extra gekommen.
Wir haben im Hotel Tsukino Yado Sara geschlafen und sind vom Bahnhof aus mit unseren Koffern zum Hotel gelaufen. Das ist ein wenig anstrengend, da es etwas bergauf geht und man auch ca. 15 Minuten unterwegs ist. Es gibt wohl einen Shuttlebus, den wir aber weder gesucht noch zu diesem Zeitpunkt gesehen hatten. Das Hotel ist wirklich toll und hat uns absolut überzeugt. Es hat verschiedene Annehmlichkeiten, die den Aufenthalt wirklich verschönern:
- kostenlose Getränke über Tag aus dem Zapfhahn zum Selbstholen
- ausgewählte Getränke kostenlos zum Abendessen
- kostenlose Heißgetränke, wie Kakao, in der Nähe der Rezeption
- Frühstück und Abendessen inklusive (spezielle Kaiseki Menüs)
- nach dem Abendessen „Betthupferl-Schokolade“ und eine Augenmaske zum Mitnehmen
- zwei Onsen, die man privat nutzen kann
- kostenloses Eis im Bereich vor den Onsen
ABER: Der Aufenthalt war auch sehr hochpreisig. Wir haben zudem noch ein Zimmer mit eigenem HotTub auf dem Balkon reserviert (was wirklich richtig toll war!).



Unser Plan war – nach dem Einchecken ins Hotel – die Koffer abzustellen und mit dem Bus schnell zum See zu fahren und wenigstens an diesem Tag noch Bilder vom Fuji zu machen. Was wir da aber noch nicht wussten: Wir würden eine Essenszeit (17 Uhr) zugewiesen bekommen und der Bus brauchte 45 Minuten bis er am See ist. So wurde das Ganze zu einer beispiellosen Hektik und der Fuji zeigte sich noch nicht mal richtig. Was war ich enttäuscht und auch traurig. Auch im Hinblick, dass das Wetter am nächsten Tag noch schlechter sein würde.



Das Abendessen war richtig gut, wenn ich es auch für mich ein wenig schwierig fand. Ich esse an Fleisch ja ausschließlich Geflügel und habe das dem Hotel mitgeteilt. Bei einem Kaiseki gibt es aber auch oft Rind und teilweise Schwein. In Kinosakionsen habe ich dann eben das Fischmenü zweimal bekommen. Das war super und völlig in Ordnung. Hier habe ich ein Spezial-Allergiker-Menü erhalten, auch morgens, das zum Beispiel ganze Fische mit Gräten oder Schnecken enthielt. Laut Hotel gab es nur diese beiden Möglichkeiten: das normale Menü und das Allergiker-Menü. Da war leider einiges dabei, was ich nicht gegessen habe. War schade.



Am nächsten Tag dann die Gewissheit: Das Wetter ist sehr schlecht. Wir wollten es trotzdem versuchen, wer weiß, vielleicht würden wir positiv überrascht werden. Wir sind also wieder zur Bushaltestelle und stellten fest, dass es auch einen Expressbus gibt, der in ca. 20 Minuten am See ist, weil er an keinen weiteren Haltestellen hält. Top!
Wir sind dann von der Bushaltestelle zum Hakoneschrein gelaufen und waren, bis wir ankamen, schon klatschnass. Dabei ist die Strecke nicht wirklich lang. Die Füße nass, die Hose ebenfalls, die Arme wurden schon klamm und das trotz Poncho und Regenschirm. Man muss aber sagen, dass wir die Schirme, aufgrund des starken Winds, zwischendurch zumachen mussten. Mein Schirm konnte nach einer Weile dem Wind nicht mehr trotzen und ging kaputt. Besonders hilfreich und toll bei diesem Wetter. Das Gute: Es waren kaum Menschen da, die das berühmte rote Torii im Wasser fotografieren wollten. Bei schönem Wetter wartet man hier schon mal 1,5 Stunden.



Da die Seilbahn und das Schiff außer Dienst waren, fuhr nur noch das Hakone Tozan Cable Car. Und mit dem Wunsch mit diesem zu fahren und danach mit dem Bus zur Owakudani-Station (schwarze Eier) begann unsere Odyssee. Leider keine erfolgreiche. Aufgrund des Wetters wollten wir mit dem Bus zum Cable Car. In der Mittagszeit fuhr aber irgendwie kein Bus. Also sind wir gelaufen (ca. 45 Minuten) und wurden noch nässer. Cable Car erreicht und rauf auf den Berg. Mit anderen Menschen zur passenden Bushaltestelle und gewartet: kalt, nass und frierend. Nach einer Stunde endlich ein Bus. Schnell rein, um dann festzustellen – das ist der falsche Bus. Wieder ausgestiegen und ehrlich gesagt „die Schnauze voll“. Andere Bushaltestelle gesucht, um wieder ins Hotel zu kommen. Im Hotel sind wir dann schnurstracks ins heiße Onsenwasser, um eine Erkältung zu vermeiden. Fazit: Kalt, nass, viel gefroren und das alles für fast nichts – zumindest kein Fuji. Sehr enttäuschend. Aber am Abend wieder sehr gutes Essen und danach die leckere Zu-Bett-geh-Schokolade.
Am nächsten Morgen wollten wir nach Tokio zurückfahren, um in Ueno eine Führung mitzumachen. So war zumindest der Plan. ABER: Als wir am nächsten Morgen aufstanden, schien doch tatsächlich die Sonne und die Hakone App zeigte, dass sowohl die Seilbahn als auch das Schiff seinen Dienst wieder aufgenommen hatte. So haben wir – tatsächlich das einzige Mal auf dieser Reise – die Pläne umgeworfen, haben ausgecheckt, die Koffer am Bahnhof eingeschlossen und sind erneut mit dem Bus zum See gefahren.
Und dieses Mal war uns das Glück Hold: Sonne – Schiff – Fuji! Was war ich glücklich. Doch noch geschafft und den Fuji von allen Seiten gesehen, von nah und von fern und natürlich Tausende Fotos gemacht.



Man tuckert mit dem Schiff über den See, steigt danach in die Seilbahn, fährt mit dieser auf den Berg nach Owakudani. Dort haben wir uns die schwarzen Eier gekauft und auch gegessen. Die Eier werden in den heißen Quellen gekocht und das Essen dieser Eier soll das Leben verlängern. Die Atmosphäre an dieser Station war irgendwie besonders, wenn auch andere 10000 Menschen mit uns dort waren.



Mit der Seilbahn geht es weiter über die Schwefelfelder, danach steigt man wieder in das Cable Car um und als letztes fährt man mit dem Zug nach Hakone-Yumoto. Damit schließt sich der Kreis. Dieses Mal aber richtig, sehr beglückt und mit tollen Bildern im Gepäck.
Einen Aufenthalt in Hakone würde ich jedem ans Herz legen, wenn es auch sehr touristisch und von den Kosten recht hoch ist. Der Mix an einem tollen Hotel mit Onsen, wunderbarem Essen, Natur und dem heiligen Fuji ist schon sehr besonders. Zwei Nächte waren für uns genau richtig. So kann man möglicherweise auch aufs Wetter reagieren oder noch andere Sehenswürdigkeiten besichtigen.



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