Kinderbuch – Rezension *** Crenshaw – Einmal schwarzer Kater *** sehr berührend und gut geschrieben – aber die lustige Seite fehlte…

Applegate „Crenshaw – Einmal schwarzer Kater“

crenshaw

244 Seiten, ab 8 Jahren, 11,99 Euro

aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit

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Inhalt:

„Crenshaw ist kein gewöhnlicher Kater: Er hat nicht nur einen seltsamen Namen, sondern isst auch für sein Leben gern lila Geleebohnen. Er kann sprechen und ist riesengroß – so groß, dass man sich im Notfall gut bei ihm anlehnen kann. Vor allem aber ist Crenshaw unsichtbar. Der einzige, der ihn sehen kann, ist Jackson, obwohl der überhaupt nicht an unsichtbare Kater glaubt und im Moment ganz andere Sorgen hat. Zu Hause ist das Geld nämlich mal wieder knapp, sodass es zum Abendbrot seit einer Weile nur noch Cornflakes gibt, seine Mutter mehrere Jobs gleichzeitig annimmt und Jackson seine Sachen auf dem Flohmarkt verkaufen muss.
Doch wenn alles zu schlimm wird, taucht Crenshaw auf, segelt mit dem Regenschirm durch die Lüfte, nimmt ein Schaumbad oder stellt irgendetwas anderes Verrücktes an. Er kitzelt ein Lächeln aus Jackson heraus, wenn ihm eigentlich zum Heulen zumute ist. Er versteht Jackson wie kein anderer und zeigt ihm, dass es ok ist, wütend zu sein. Denn auch ein Kater ist nicht immer gut gelaunt. Und er erinnert Jackson daran, dass es höchste Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen.“ (Quelle)

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Unsere Meinung:

Ein lustiger und berührender Roman über die magische Kraft der Phantasie, die Kinder in schwierigen Lebenssituationen retten kann. Katherine Applegate findet genau die richtigen Worte für ein hoch aktuelles Thema: die Angst vor der Armut. Mit Schwarzweißzeichnungen von Crenshaw, der auch im Buch an den verrücktesten Orten auftaucht.

Zu allererst: Die Zeichnungen sind klasse – perfekt gewählt und genial passend zur Geschichte! Nur sieht Crenshaw auf den Bilder so klein und kuschelig aus…

Die Geschichte selbst sollte lustig sein und berührend! Die beiden Adjektive waren es, die mich das Buch haben auswählen lassen. Ich finde es sehr wichtig, dass meine Tochter auch von Kindern hört und liest, denen es nicht so gut geht, wie uns. Die jeden Cent umdrehen müssen, deren Familie nicht einfach einkaufen gehen und den Kühlschrank befüllen können! Sie kennt einige Kinder auch aus der Schule, denen man dies anmerkt und leider auch ansieht. Und deshalb fand ich die Beschreibung, dass Applegate diese Wahrheiten in eine mitunter lustige Geschichte verpackt, sehr ansprechend.

Leider fand meine Tochter „Crenshaw“ keineswegs lustig und auch ich habe die Stellen, über die man sich amüsieren kann, gesucht. Die Geschichte selbst ist sehr traurig und hat, das muss ich sagen, meiner Tochter eine schlaflose Nacht beschwert, weil sie Angst davor hatte, dass uns morgen oder in näherer Zukunft ein ähnliches Schicksal ereilt. Da das Buch ab 8 Jahren empfohlen wird, möchte ich das erwähnt haben. Sensible Kinder mögen hier teilweise sehr emotional reagieren!

Das Ende und die gesamte Aussage des Buches haben meiner Tochter und mir sehr gut gefallen! Familie und Zusammenhalt ist wichtig, aber auch Aussprachen und Ehrlichkeit! Die Schwierigkeit der Erwachsenen in den Überlegungen, was man seinen Kindern schon zumuten kann, gefiel mir persönlich sehr gut! Meiner Tochter hatte es der imaginäre Freund und die Herkunft dessen angetan! Eine sehr gute und glaubhafte Idee!

Das Buch macht betroffen und ließ meine Tochter sehr stark über ihr eigenes Leben und den gefühlten Luxus nachdenken. Wir haben durch die Geschichte auch über das Sozialsystem Deutschlands gesprochen!

Ich möchte hier keine Sterne als Wertung verteilen!

Von der Thematik her ein sehr wichtiges Buch und auch die Umsetzung hat uns gut gefallen. Ich finde, dass die Beschreibung, dass es sich hier um ein unter anderem lustiges Buch handelt, für irritierend!

 

 

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